Optikvergleiche und -Tests, streng subjektiv !

 

Im Folgenden finden sich, gelegentlich aktualisiert, Vergleiche bzw. Tests der mir zur Verfügung stehenden optischen Geräte. Es handelt sich hierbei nicht um eine wissenschaftliche, oder auf klar definierte Kriterien gestütze Bewertungen, sondern um meine subjektive Einschätzungen.

Allerdings wird versucht, durch die Einbeziehung weiteren Bewertungen anderer Mitglieder unseres Amateurastronomievereins doch eine konsertierte Einschätzung zu erzielen.

 

Filter- Testbilder am Orion Fraunhofer 100/ 600:

Zur groben Einschätzung der optimalen Farbkorrektur am Achromaten habe ich einige Testaufnahmen terrestrischer Objekte angefertigt. Wegen des Farblängsfehlers muss natürlich jedesmal nachfokussiert werden!

Die hier gezeigten Aufnahmen bestätigten den visuellen Eindruck, können selbstverständlich nicht dezidierte Tests an einer optischen Bank ersetzen!

Hier ist gut zu erkennen, dass dieser Fraunhofer- Achromat am Besten im Grünen korrigiert ist, die feinen Details treten am deutlichsten hervor. Das Blaukanal- Bild ist hingegen am meisten verwaschen.

 

Skywatcher Fraunhofer Refraktor 80/400

Hierzu habe ich mir als Ergänzung zu dem alten Quelle Catadiopter, der in Frankreich steht, unlängst einen Skywatcher Richfield Refraktor 80/400 zugelegt. Das Gute ist, dass der Tubus lediglich etwa 1,2 kg wiegt, sehr rasch auf meinem Azimutal-Stativ angedockt ist, mit Sucher versehen, und schon geht´s los...

Dieser short- tube Fraunhofer wurde von mir seit Mitte April 2013 sowohl an terrestrischen Objekten wie des Nachts mehrfach getestet; auch ein Vergleich mit einem gleichartigen Gerät eines Vereinskollegen. Insgesamt kann ich ihn nur als für diese kurzbrennweitige Bauart optisch gut bezeichnen! Allerdings muss man auf evtl. geringe Bildfehler achten (meist diskrete Koma), da manchmal das Objektiv etwas verspannt eingebaut ist. Eine eigentliche Justiermöglichkeit gibt es bei diesem Skywatcher nicht. Das genannte  Problem hatte ich anfangs auch, nach Lockern und wieder- Festziehen der Halteschrauben und des Spannringes des Objektives liess sich dies aber beheben.

Für einen kurzbrennweitigen FH- Refraktor zeigt er eine sehr ansprechende Abbildung, ist ja ein typisches deep- sky- Gerät in gut transportabler Größe:

 

Skywatcher Fraunhofer Refraktor 80/400 mit 7*50mm Sucher und 40mm Orbinar Plössl Okular, auf Vixen Custom mount (azimutal).

 

Sternabbildung und deep sky (Mai 2013):

Mit einem 40mm Orbinar Plössl Okular (von der nicht immer unkritisch gesehenen Marke Seben vertrieben: ist aber für unter 20,- Euro absolut ok und ordentlich) feine Sternabbildung, sehr großes Gesichtsfeld (ich schätze etwa 3,5 bis 4 Grad !!!), was auch das Finden von deep- sky- Objekten einfach macht: selbst der eher lichtschwache Kugelsternhaufen M53 in der Virgo ließ sich so finden trotz des erheblichen Dunstes am Samstag und visueller Grenzgröße bei etwa 4mag. Auch M51 ("whirlpool") machte keine Probleme, ebenso konnten M13, M3, M57 rasch dargestellt werden. Im deep- sky- Bereich lässt sich visuell keine wesentliche Überlegenheit des Vixen ED 80/600 gegenüber dem Skywatcher konstatieren.

Bei der Sternabbildung zeigt sich ab 40-fach ein (noch) nicht- störender Farbfehler bei hellen Sternen. Doppelsterne sind natürlich wegen des bei höherer Vergrößerung auftretenden Farbfehlers schwieriger, aber Kastor und der "Halsstern" des Löwen (g Leonis) ließen sich mit dem Skywatcher einwandfrei trennen. Im Vixen ED 80/600 erwartungsgemäß aber bessere "knackscharfe" Sternabbildung, klarer getrennte Doppelsterne.

Insgesamt fällt auf, dass schon die etwas komplexeren, d.h. vierlinsigen, Okulare nötig sind (Plössl,Orthos, Weitwinkel- oder Baader Hyperion), mit reversed Kellner- Okularen gibt es unter 15mm Brennweite ein deutlich flaueres weniger gut definiertes Bild.

 

Ergänzung Doppelsterne und Deep sky Anfang August 2013:

Am 4.8.13 hatten wir, obwohl viele störende Lichter hinderlich sind, recht gute Sicht, die visuelle Grenzgröße lag bei knapp über 5.0 mag.

An schwierigeren Doppelsternen konnte ε Bootis soeben getrennt werden, die Schwierigkeit liegt im Helligkeitsunterschied der zudem verschiedenfarbigen Komponenten, so dass die lichtschwächere Komponente erst bei hoher Vergrößerung (ab 125*, besser 166*) sicher dargestellt werden konnte, obwohl hier der Farbfehler eine erschwerende Rolle spielt. Im 80er ED- Refraktor gelingt erwartungsgemäß die Trennung etwas sicherer, da ja (fast) kein Farbfehler dazukommt und man problemlos bis 160* (und sogar bis 200*) vergrößern kann.

Am 20.8.13 gelang bei kurzzeitig ruhiger Luft die klare eindeutige Trennung von ε Bootis im Skywatcher bereits ab 80- bis 120-facher Vergrößerung!

Etwas leichter und durchgehend sauber waren ε1, ε2 Lyrae zu trennen, etwa ab 100* bereits klar getrennte Komponenten. Ebenso problemlose Trennung der Komponenten von a Herculis.

M13 zeigte bereits einige "aufgesprenkelte" Sterne, insgesamt für 3" schon ein eindrucksvoller Anblick. Der schwierigere Kugelsternhaufen M71 im Pfeil zeigte sich als rundes Nebelscheibchen.

An planetarischen Nebeln des Abends im Hantelnebel (M27) bereits im indirekten Sehen zu erkennende typische Form; der Ringnebel (M57) läßt im indirekten Sehen sogar schon die typische zentrale Abblassung (somit die Ringform) erkennen, wobei hier etwa 100* bis 125* vergrößert werden muß.

Nachdem gegen Mitternacht doch etwas Dunst aufgezogen war, zuletzt noch M31 beobachtet, die Andromeda- Galaxie lag allerdings schon in einem aufgehellten Himmelsareal, der hellere Kernbereich war gut abgrenzbar, die Spiralarme als flaueres elliptisches Scheibchen drumherum. Die Begleitgalaxie M32 zeigte sich ebenfalls als flaue elliptische Struktur.

 

Tiefstehender Jupiter Mai 2013 (knapp über 10 Grad):

wenig aufschlußreich. Jupiter bei "Grottenturbulenzen" horizontnah nicht gut beurteilbar, nur zwei Bänder zu erkennen, hier deutlicher Farbfehler (blau-violetter Hof) ab etwa 40-fach.

Mond (Mai/ Juni 2013):

Scharfes Bild, bereits ab etwa 40-fach erkennbarer minimaler Farbfehler (Blau-violett- Saum am hellen Mondrand), der bis etwa 80-fach keinen nennenswerten Einfluß auf Kontraste und Bildschärfe hat. Bei 80-fach zeigt sich wieder einmal das Baader Hyperion 5mm dem Vixen Ortho 5mm überlegen, auch scheint hier der Farbfehler diskret weniger ausgeprägt zu sein, insbesondere aber bessere Detailschärfe. Bereits ein heller Gelbfilter (Watten No. 8) bringt den Farbfehler fast ganz zum Verschwinden.

Dann Einsatz der guten TS 2,5 APO- Barlow (somit f=1000mm), hiermit am Mond Vergrößerung bis 167-fach (6mm Plössl) möglich, Gelbfilter oder Contrast- Booster dann aber ab 111-facher Vergrößerung (9mm Plössl) sinnvoll und notwendig. Selbst bei Übervergrößerung von 200- fach (5mm Okulare) mit den Filtern kein relevanter Farbfehler, aber flauer wirkendes Bild, weniger gut definiert. Zentralberg im Krater Guttenberg sowie Verwerfungen/ Täler zwischen Mare Crisium und Mare Undarum zu sehen. Im Vixen ED 80/600 (der ja deutlich teurer ist) erwartungsgemaß aber bessere Kontraste und Bilddefinition, feine Details gelangen ebenso etwas besser zur Darstellung.

Saturn (Mai/ Juni 2013):

Dann habe ich noch auf Saturn geschwenkt: erstaunlicherweise taucht hier der Farbfehler fast unter, evtl. wegen des überwiegend bräunlich- orangen Licht des Ringplaneten. Eher den leichten Gelbfilter bei hohen Vergrößerungen verwenden, da der Contrast- Booster mehr Licht nimmt. Ringverlauf vor/ hinter Saturn recht gut abgrenzbar ab 80-fach, besser bei 111* und 167*. Bei 167* ab und an am Ringrand Cassini- Teilung kurzzeitig zu ahnen. Gut erkennbarer dunkleres Band oberhalb Equator. Im Vergleich zum Bild im ED- Refraktor weniger Bilddefinition, Kontraste flauer wirkend; im ED- Refraktor Cassini- Teilung eindeutiger erkennbar.

 

Selbst eine Merkurdarstellung gelang unter Zuhilfenahme der Webcam, bei kräftiger Schärfung stellt sich die Phasengestalt dar, aber weniger scharfe Abbildung, als im Vixen ED.

 

Kurzfazit:

ein ordentlich verarbeiteter kurzbrennweitiger Großfeldrefraktor, der aufgrund geringer Größe und Gewicht gut auf Reisen mitgenommen werden  und notfalls (mit Adaptation) sogar auf ein Fotostativ aufgesattelt werden kann. Für deep- sky- Beobachtung gut geeignet, zeigt aufgrund der Öffnung (3 Zoll) schon einiges, für Planetenbeobachtung wegen des bei höheren Vergrößerungen auftretenden Farbfehlers nicht ganz so gut geeignet (Gelbfilter nötig). Die Doppelsterntrennung gelingt bis an die Grenze der Auflösung, wobei der Farbfehler bei hoher Vergrößerung und Doppelsternen mit deutlich unterschiedlichen Helligkeiten doch erschwerend ins Gewicht fällt.

Andererseits benötigen längerbrennweitige Fraunhofer- Refraktoren eine stabilere Montierung, wiegen mehr und sind aufgrund ihrer Länge unhandlicher; die ED- Refraktoren ungleich teurer.

Günstiges Teleskop, das auch gerade zum "Schnellspechteln" einlädt bei günstigem Preis (neu zur Zeit ab etwa 99,- Euro für Optik mit Tubus, Stand Juli 2013). Als gutes Gebraucht- Gerät auch ein sinnvoller Zukauf (zur Zeit für etwa 2/3 bis 75% des Neupreises). Wer etwas mehr Geld für eine größere Öffnung anfassen möchte, sollte als Großfeld- Reise- Teleskop zumindest noch alternativ den Skywatcher 102/ 500 in Betracht ziehen, der aber sogleich deutlich teurer ist...

"Hofeinsatz" des Skywatcher 80/400 mitsamt "überdimensioniertem 7*50- Sucher

 

Noch zwei Blder, die den Transportkomfort belegen: die ganze erforderliche Optik passt in einen günstigen Kunststoff- Werkzeugkoffer!

 

 

Quelle Revue Catadioptric 114/ 1000 mm (Baujahr Mitte 1980er Jahre, vertrieben durch Quelle, Hersteller wahrscheinlich Vixen)

Dieses noch in meinem Besitz befindliche "uralt"- Teleskop wurde seinerzeit noch in Japan hergestellt (wahrscheinlich von Vixen),  kostete Mitte der 1980er Jahre 599,- DM; die Beurteilungen in den Internet- Foren differieren sehr stark... Der Hauptspiegel ist ein Kugelspiegel, wobei unklar ist, ob die für den Catadiopter charakteristische Zusatzlinse (2-linsig - achromatisch) nur eine Brennweiten- verlängrnde Barlow- Linse oder auch ein Korrektor ist.

Da es in einem Ferienhaus in Frankreich steht, kann ich es nur gelegentlich nutzen und modifizieren: Die nachfolgend ausführlich beschriebenen technischen Problemstellungen mitsamt den hieraus resultierenden Veränderungen am Gerät und erzielte Beobachtungsergebnisse sind in drei Zeitabschnitten entstanden (August 2012 - Mai 2013 - August 2013). Ganz zum Schluß findet sich somit der "Endzustand", welcher auch dem Optimum entspricht und meine Erwartungen an das Gerät deutlich übertroffen haben.  Abschließend findet der geneigte Leser noch ein Kurzfazit (wer wenig Zeit zum Lesen und Anschauen hat, sollte ganz unten anfangen...).

 

Erfahrungen / Maßnahmen am Quelle Catadioptric 114/ 1000 mm Teleskop Stand Ende Juli 2012

  1. Spiegelsystem nicht mehr ganz exakt justiert, aber OAZ- Tubus hat auch Spiel und wackelt! Leichte Koma allseits seitlich, vor allem nach unten rechts (Justierfehler). Die allseitige Koma passt zu dem verwendeten Kugelspiegel (sphärische Aberration), aber demnach sitzt im OAZ doch nur eine brennweitenverlängernde Barlow- Linse (2,5*) ohne Korrektor! Schaut man durch die ausgebaute Linse, ist keine Bildveränderung (im betrachteten Karomuster) als Hinweis für Korrektur erkennbar. Diese optische Bauteil besteht aus zwei aneinander liegenden Linsen, dürfte somit ein achromatisches Bauelement sein; es zeigt sich eine flaue Vergütung auf beiden Seiten.

  1. Der vorhandene OAZ- Tubus hat primären Außendurchmesser ≥1 ¼", ist aber nach innen auf 0,98" verjüngt. Die Barlow- Linse im OAZ hat deutlich kleineren Durchmesser, blendet also offenbar randständige Strahlen aus => Lichtverlust (vom "gefühlten visuellen Eindruck her sollte das Bild tatsächlich heller sein!).
  2. Nach Abschrauben des Verlängerungsstückes wird das Bild tatsächlich bereits etwas heller und schärfer (Testfotos Stromleitungen), wird aber etwas kleiner im Verhältnis 9: 10,5. Beim Fokussieren auf astronomische Objekte ragt nunmehr der OAZ- Tubus auch nicht mehr in den Teleskoptubus hinein (s.u.)

 

 

Durchgeführte Maßnahmen:

  1. Säuberung OAZ und Barlow- (Korrektor?)- Linse
  2. Heutige 1 ¼" Okulare sind nicht adaptierbar. 1 ¼" Barlow kommt im Austausch zu OAZ- Tubus nicht in den Fokus, da dieser zu nahe dem Fangspiegel liegt, allenfalls knapp außerhalb der Teleskoptubusaussparung.
  3. Auch die Okulare allein kommen nicht in den Fokus.
  4. Öffnung Rückwand (3 Schrauben an Rückseite), hieran ist der Hauptspiegel eingefasst. Säuberung des Hauptspiegels. Prinzipiell wären durch diesen Zugang auf die Schrauben- Muttern des OAZ und der Frontplatte erreichbar.
  5. Die Frontplatte müsste auch gereinigt werden, wegen der Muttern im Tubus aber zunächst darauf verzichtet (wurde nur "angeöffnet"). Unklar, ob sich dadurch nicht die Fangspiegelposition minimal geändert hat. Fangspiegel scheint mit Imbusschrauben justierbar zu sein (auch nach Internet-Recherchen).
  6. Entfernung OAZ- Verlängerung (oder war dies nur ein Projektionsadapter? Dies geht tatsächlich mit eingebautem Okular. Andererseits scheint es aber doch primärer Bestandteil gewesen zu sein, da die vorgesehene Okularklemmung nicht auf den OAZ- Tubus direkt passt! Wahrscheinlich soll durch das Verlängerungsstück f= 1000 mm "erzwungen" werden (und hierdurch, was jedoch fälschlich berechnet, die sphärische Aberration vermindert werden).) Nach der Entfernung ist das Bild heller und schärfer, auch bei astronom. Beobachtung besser scharf zu stellen (was immer noch schwierig genug ist).
  7. OAZ- Tubus mit zwei Klebestreifen versehen, um so das "Wackeln" zu reduzieren (fokussieren ist dadurch etwas verlässlicher möglich).

 

Hier ist der um das (unsinnige) Verlängerungsstück verkürzte OAZ- Tubus zu sehen mitsamt den angebrachten Isolierbandstreifen, um das Spiel am OAZ etwas einzudämmen. Wie zu erkennen, befindet sich der OAZ tubusintern nicht mehr im Strahlengang.

 

Visuelle Beobachtungen (Stand August 2012):

  1. Letztlich ist das visuelle Bild, gemessen an der Öffnung und im Vergleich zum Vixen ED- Refraktor 80/ 600 unbefriedigend. Einmal recht dunkles aber auch sehr kleines Gesichtsfeld, was teilweise auch an den zur Verfügung stehenden Okularen liegen mag. Koma bleibt, jedoch ist die Fokussierung mit H 20 mm und K 10 mm noch befriedigend möglich; bei H 6 mm ist dies problematisch und hier auch sehr kleines Gesichtsfeld.
  2. Mond: ok, Mondfilter wird wegen Lichtfülle benötigt ab Viertel; auch mit H 6 mm ordentliches Bild am Terminator. Bei fast- Vollmond leidet etwas die Detailschärfe.
  3. Saturn: in Frankreich (46 Grad) noch etwas besser als in Deutschland zu beobachten, zum Teil recht gutes Seeing. Schatten auf Ring erkennbar, Ringanteil vor Saturn schlecht abgrenzbar, eben zu verifizieren, keine weiteren Details (hingegen im Vixen- ED: Ringanteil vor dem Planeten gut abgrenzbar, Cassini- Teilung zeitweilig am Rand erkennbar, ein Wolkenband sicher abgrenzbar). Am 31.7.12 (mit H 6 mm) erscheint der Ringanteil vor Saturn eben abgegrenzt, äußerer Anteil des Ringes dunkler als Hinweis für Cassini- Teilung, diese ist aber nicht reproduzierbar zu sehen. Fraglich ein Wolkenband zu erahnen.
  4. ε1, ε2- Lyrae: nur eine Doppelsternkomponente ist eben auflösbar (K 10 mm; H 6 mm bringt nichts mehr) trotz der Öffnung, Sterne werden generell nicht nadelfein abgebildet, bei großer Vergrößerung bereits im Fokus deutliche Beugungseffekte und leichte Koma erkennbar.
  5. M13 überwiegend als "Nebelscheibe" zu sehen, mit K 10 mm ganz spärlich und nur zu erahnende "aufgesprenkelte" Sternpunkte: nur im indirekten Sehen und inkonstant (schlechter als mit Vixen ED).
  6. Bei terrestrischer Tagesbeobachtung von Strommast und –Leitungen: Bild, wie auch in Photodokumentation dargestellt, etwas flau- milchig.

 

 

Neuerungen Mai 2013:

 

  1. Anbringung des Celestron 7*30 Suchers (in Ebay gebraucht für 10,01 Euro erworben), der einen direkt verschraubbaren Sucherschuh hat. Der Schuh ist weniger stark gebogen, da er offenbar an einem 6" Teleskop angebracht war. Dies wird mit seitlich unter den Schuh angebrachten Klebestreifen ausgeglichen.
  2. Test von Vixen 0,96" Okularen (Orthos): leider nur Tagtest an terrestrischen Objekten (Strommast) möglich. Die Vixen Orthos zeichnen deutlich schärfer gegenüber den vorhandenen Huygens 20mm und dem Kellner 10mm Okular. Trotz der geringeren Vergrößerung des 12,5mm Ortho im Vergleich zum 10mm Kellner Okular ist mit jenem das Bild schärfer und detailreicher.
  3. Test von Vixen 0,98" Okularen (Orthos) gegenüber Erweiterungsadapter von 0,98" auf 1 ¼": Der Erweiterungsadapter ermöglicht zwar die Benutzung der 1 ¼" Okulare, dies bringt aber bei kurzen Brennweiten ("SUPER" 10mm RKE sowie Plössl 6mm und 9mm) keinen Vorteil, eher ist das Bild schlechter definiert; ein größeres Gesichtsfeld ist nicht zu konstatieren. Interessant ist daher lediglich die Benutzung der Weitwinkel- Okulare mit längeren Brennweiten ("SUPER 25" RKE sowie Orbinar Plössl 40mm); diese zeigen aber zentral eine flaue Abdunklung, die wohl von der Obstruktion des Fangspiegels herrührt. Das Gesichtsfeld ist aber tatsächlich deutlich größer.

 

"Zwischenstand" Mai 2013: Der 6*30 Celestron- Sucher wurde angebracht und justiert. -> So macht das Aufsuchen der Objekte am Himmel deutlich mehr reude und artet nicht zum Geduldsspiel aus wie zuvor mit dem "Reflexsucher" !

 

Aktuellster Stand August 2013:

Hervorragend ruhige und klare Luft (So. 11.8.13), visuelle Grenzgröße liegt bestimmt bei 5 2/3, die Milchstraße kann ich selbst ohne die Fern- Brille mit dunkleren Anteilen erkennen! Nur in Richtung Roanne (etwa Süden) stört ein mäßiger "Lichtdom, der anfangs den Skorpion umgibt, später den Schützen.

Am 12.8.13 leichter Dunst auch tagsüber, abends zeitweise etwas windig, Wolkendurchzug ab Abenddämmerung.

 

(So. 11.8.13)

Der 6*30 Celestron- Sucher wird nachjustiert und ermöglicht dann einfaches Aufsuchen der bekannteren Objekte.

Das Gesichtsfeld ist aufgrund des schmalkalibrigen OAZ und der 0,96"- Okulare recht klein (bei heutigen Teleskopen und Verwendung selbst von Plössl- Okularen ist es größer!), was zumindest gewöhnngsbedürftig ist.

Mond mit guter Detailfülle in beiden Orthos, wobei Ortho 5mm tendenziell etwas zu hoch vergrößert: das Bild erscheint dann etwas flau. Das Ortho 12,5mm ist dem Kellner 10mm eindeutig überlegen, was die Bilddefinition und Kostrastschärfe angeht. Im Mare Crisium einige kleinere Krater, von einem scheint eine Rille auszugehen.

An Saturn neben dem Schattenwurf des Planeten auf den Ring jetzt auch erstmals Cassini- Teilung zu erahnen (im ebenfalls aufgebauten Orion FH- Refraktor 100/ 600mm deutlicher und längerstreckig zu sehen), das helle para- equatoriale Band ist aber im Gegensatz zum Orion- Refraktor im Catadiopter nicht sicher zu erkennen.

Am Stern extra-/ intrafokal zeigt sich die Obstruktion nicht ganz mittig, so das kollimiert werden müßte, was später nachgeholt werden muß, da ich keinen geeigneten sehr kleinen 2mm- Imbusschlüssel zur Verfügung habe.

Erstaunlicherweise gelingt die Teilung von ε Bootis, hier stört aber noch die Koma und die asymmetrischen Beugungsringe (wegen der nicht ausreichenden Kollimierung). Sauberer gelingt die Auflösung von ε1, ε2- Lyrae, erstmals also für beide Komponenten!

Zuletzt ein Blick auf den Ringnebel, der mich dann tatsächlich erstaunt: die Ringform durch die zentrale Abdunklung ist bereits zu erahnen!

 

(Mo. 12.8.13)

Primär ist Einbau des etwas besseren OAZ aus einem alten geschenkt erhaltenen "Apollo" Newton 114/ 900 (von Quelle?) geplant. Die Führung läuft im OAZ des Newtons ohne Spiel und gleichmäßiger, ist besser fein abstimmbar.

Zuvor muß getestet werden, ob auch der OAZ- Tubus ausgetauscht werden kann (derjenige des Newton scheint etwas enger stehende "Zähne" am Zahnradgestänge aufzuweisen). Beide Tuben sind gleich dick, jedoch fehlt am Newton- OAZ- Tubus das Innengewinde, um die (korrigierende?) Barlowlinse einzusetzen, weshalb letztlich der bessere OAZ des Newton mit dem ursprünglichen OAZ- Tubus des Catadiopters Verwendung finden soll.

Hierzu ist die Öffnung am hinteren Tubusende durch Entfernung des Hauptspiegels erforderlich, da die Fixierung durch Schrauben im Teleskop- Tubus mit Muttern erfolgt. Der Tubus ist innen sauber matt geschwärzt. Der OAZ wird sodann abgeschraubt.

Die Frontplatte soll auch inspiziert werden, daher Öffnung der seitlichen Fixierungsschrauben (durch Öffnung der vorderen kleinkalibrigen Schrauben ließ sich die Frontplatte nicht lösen). Säuberung der Frontplatte von innen mit Optik- Reinigungslösung und Kleenex- Tüchern; randständig bräunliche Verschmutzung. Nachfolgend Refixierung der Frontplatte.

Frontplatte (float- Glas ohne Vergütung) mit Fangspiegel sowie Hauptpiegel in Fassung).

Der Newton- OAZ wird nun zusammen mit dem ursprünglichen Tubus- Barlow- Element des Catadiopters angebracht. Jetzt läuft der OAZ ohne Spiel und ist feiner fokussierbar!

Vorläufiger Endzustand der Umbau-/ Verbesserungsmaßnahmen Auguts 2013!

 

Beobachtungsabend (Mo. 12.8.13)

Die Kollimierung gestaltete sich etwas schwierig, dafür werde ich aber mit erkennbar besserer Bilddefinition im Gesichtsfeldzentrum belohnt. Die rot-orange Farbe von Arctur ist schön zu sehen am jetzt weitgehend punktförmigen Stern. Natürlich sieht man am Rande des Gesichtsfeldes noch etwas Koma, was an dem Kugelspiegel des Tubus liegt, dessen sphärischer Fehler durch die (Korrektor?) Barlow- Linse nicht gänzlich ausgeglichen wird.

ε Bootis wird nun sauber getrennt (Ortho 5mm), ebenso ε1, ε2- Lyrae.

M13 und M92 im Hercules sind schon recht gut zu sehen, jeweils beginnende Auflösung von Einzelsternen. Die doch relevante Obstruktion zeigt sich auch in einem etwas dunkel anmutenden Bild im Vergleich zum Orion- Refraktor 100/ 600.

Dann noch ein Schwenk zum Sternbild Schild mit seinem schönen offenen Sternhaufen, der sich bei niedriger und mittlerer Vergrößerung prächtig präsentiert.

 

Kurzfazit

Zusammenfassend ist der Revue Catadioptric 114/ 1000  erwartungsgemäß dem Orion Fraunhofer 100/600 unterlegen, ist nach den Modifikationen aber einem 80mm- Fraunhofer Achromat (Skywatcher 80/400) in der Doppelsterntrennung minimal überlegen, wenngleich das Gesichtsfeld mit dem schmalkalibrigen OAZ und 0,96" Okularen sehr klein ist. Ob aufgrund der zumindest theoretisch höheren Auflösung bei allerdings recht hoher Fangspiegelobstruktion (37% Durchmesser; 13,5% Fläche) am Planeten ein wesentlicher Unterschied resultiert, kann ich nicht abschließend beurteilen. Die Bildhelligkeit im kleinen Gesichtsfeld ist nicht sonderlich überzeugend, andererseits ist selbst mit dem 20mm Okular ja bereits eine etwa 45- fach Vergrößerung gegeben (beim 80/400 Fraunhofer hätte dann das vergleichbare Okular 9mm Brennweite)..

Der Vixen ED-Refraktor 80/600 hingegen dürfte noch diskret überlegen sein wegen der refraktortypisch- guten Bilddefinition und scharfen Kontraste, die auch eine maximale Vergrößerung von 160- fach (bis 200-fach) erlauben. Hier muß noch eine abschließende Beobachtung der gleichen Objekte mit dem Vixen ED erfolgen.

Da das Gerät schon in meinem Besitz war und zum Wegwerfen eigentlich zu schade, weiters in einem Ferienhaus steht, hat sich eine Verbesserung mit limitierten Kosten (s.u.) gelohnt, der erhebliche Zeitaufwand darf natürlich nicht eingerechnet werden. Die gesamte Ausstattung (Teleskop auf Montierung) ist gut transportabel, kann problemlos im Garten positioniert und bewegt werden. Es sind sowohl deep- sky- wie auch Objekte unseres Sonnensystems beobachtbar, das Gerät zeigt bei Doppelsternen und evtl. auch planetarischen Nebeln eher etwas mehr, als ein konventioneller 3" FH- Refraktor mit F/5, ist aber bei "Großfeld"- Beobachtung eindeutig unterlegen, da nur recht kleine Gesichtsfelder angeschaut werden können. Eindeutig überlegen ist es andererseits zwei von mir getesteten älteren japanischen Newton 114/ 900- Reflektoren (einmal von Quelle-"Revue", einmal unter dem Namen "Apollo") welche auch einen Kugelspiegel als Hauptspiegel haben und trotz des Öffnungsverhältnisses von F/8 und der niedrigeren Fangspiegelobstruktion eine stark die Bildqualität und Auflösung herabmindernde Koma aufweisen! Beide Newton waren optisch eindeutig schlechter, es gelang mit diesen so z.B. keine saubere Trennung von ε1, ε2- Lyrae.

Es darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden, dass dieses Gerät seinerzeit von Vixen hergestellt worden ist, somit die optische Fertigung schon qualitativ gut ausgeführt.

Entgegen meinem ersten Eindruck, scheint die im OAZ eingebaute Linsenkombination nicht nur eine reine Barlow- Linse zu sein, sondern auch etwas den Kugelspiegel- typischen Fehler zu korrigieren! Diese ist zweilinsig gehalten, flau vergütet, wahrscheinlich eine achromatische Konstruktion (bei den damaligen Preisen ist nicht anzunehmen, dass diese ED- Glas verwendet hat).

 

Zusatzkosten:  

Alles zusammen somit etwa 35,- Euro für ein jetzt wieder brauchbares Teleskop!

 

 

Orbinar Plössl 40 mm

Insgesamt ordentliche Verarbeitung, kein Plastik, gut gefasste Linsen, allerdings sind die Linsenränder nicht geschwärzt und die Innenseite des Tubus mit leicht glänzender schwarzer Farbe versehen. Auch zeigt sich eine etwas flau wirkende bläuliche Vergütung der Linsen, dennoch keine relevanten Lichtreflexe. Verpackt in einem praktischen Drehpack, der Versand erfolgt gut geschützt.

Angenehm ist ein größerer Augenabstand, allerdings muss bei der Beobachtung dieser und auch der Einblick relativ konstant gehalten werden, um das ganze Gesichtsfeld einsehen zu können, was dann etwas unbequem ist, wenn man den Himmel großflächig durchmustern möchte.

Am Skywatcher 80/400 beträgt das reale Gesichtsfeld etwa 4 Grad, zum Vergleich mit einem Skywatcher "Super 25mm Wide angle" (reversed Kellner design) 3,5 Grad. Die Sternabbildung ist gut, evtl .ganz am Rand gering verzerrt.

Am 26.7./ 27.7.13 konnte ich das Orbinar Plössl gegen ein TS Plössl 40 mm (gebraucht erworben, optisch absolut in Ordnung) am guten Orion Fraunhofer- Refraktor 100/600 testen: beide bieten ein gleich großes Gesichtsfeld, der Einblick ins Orbinar ist etwas schwieriger wegen einem "kidney- bean"- Effekt, d.h. der Augenabstand muß ziemlich konstant gehalten werden, was das Durchmustern einer größeren Himmelsregion etwas erschwert. Die Sterndarstellung ist aber gleichermassen gut, am äußeren Randbereich im Gesichtsfeld des Orbinar diskrete Verzerrung, aber keine relevanten Reflexe bei Nachtbeobachtung (und mitten in der Stadt haben wir viel Streulicht und einen aufgehellten Himmelshintergrund). Bei dem erheblichen Preisunterschied der Okulare (das TS Plössl 40mm war selbst gebraucht noch teuerer als das neue Orbinar !) sollte man sich daher überlegen, ob der Komfort des Einblickverhaltens den Preisunterschied aufwiegt.

Kurzfazit:

für nur 17,99 Euro einschl. Versand erhält man ein ordentliches "deep sky" und "Aufsuch"- Okular mit recht großem Gesichtsfeld und optisch ordentlicher Verarbeitung, das natürlich mit Weitwinkel und SWA- Okularen schwerlich mithalten kann, dafür aber konkurrenzlos günstig ist. Somit sehe ich den Vorteil in dem fast unschlagbaren Preis- Leistungsverhältnis.

 

 

TS Filterrad 5er:

Ich möchte hier eine kurze Positiv- Rückkopplung zum TS- Filterrad geben (***** -"fünf von fünf möglichen Sternen"), insbesondere aufgrund des hervorragenden Preis- Leistungs- Verhältnisses!

Ich habe mit etwas Glück eines gebraucht (vom Zustand her jedoch praktisch unbenutzt) erwerben können -denn es gibt ja nur sehr wenige Filterrad- Angebote in den "gebraucht"-Foren):

stabil und hervorragend verarbeitet, läuft weich, super- einfach mit den Filtern zu bestücken. Sehr angenehm ist auch, dass die Filterpositionen beim Drehen durch ein leichtes "Schlupfen" erkennbar sind, so dass man auch im weitgehend Dunklen die richtige Position problemlos erkennen kann. Dies bedeutet, dass man sich die Reihenfolge der Filter natürlich zuvor überlegen muss und im Kopf hat (was bei fünf Filtern ja kein Problem darstellt).

Auch das Wechseln der Filter geht ja einfach, ich verwende neben den "klassischen" LRGB- Filtern zur Zeit statt des L- Filters einen IR-cut (auch von TS) und zusätzlich einen IR-pass.

Da alles einfach und schnell in den Strahlengang des Teleskops einzubauen, verwende ich es auch in Kombination mit meiner Webcam, wenn mal nur kürzere Wolkenlücken da sind: eine AVI- Serie mit IR- cut und eine als S/W mit IR- pass. Klappt sehr gut und geht schneller, als die RGB oder Ir-RGB- Sequenzen mit der DMK, denn dies sind ja insgesamt vier AVI´s.

Bei dem Neupreis von 99,- bzw. 100,- Euro kann man meines rachtens nichts verkehrt machen, man vergleiche die Preise anderer 5er Flterräder.